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Das Agentic Organisations Collective e.V.

Am 7. Juli 2026 wurde in Schlatkow das Agentic Organisations Collective gegründet, ein gemeinnütziger Verein, der sich mit agentischen Organisationssystemen befasst. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich KI-Agenten dauerhaft in Organisationen mit realen Prozessen und Verantwortlichkeiten einbinden lassen.

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Ein Verein für agentische Organisationssysteme

Am 7. Juli 2026 haben wir in Schlatkow, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern, das Agentic Organisations Collective gegründet. Ein gemeinnütziger Verein, acht Gründungsmitglieder, ich als zweiter Vorsitzender. Der Anlass war weniger die Technik selbst als die Frage, was danach kommt. Die meisten Diskussionen über KI-Agenten hören genau dort auf, wo die schwierige Arbeit anfängt.

Der Punkt, an dem Demos aufhören

Die erste Welle rund um KI-Agenten hat gezeigt, was machbar ist. Ein cleveres Skript hier, eine beeindruckende Demo dort. Das lässt sich in einem Nachmittag bauen und in fünf Minuten vorführen. Interessant wird es erst, wenn das Ding in eine Organisation soll, in der echte Menschen an echten Prozessen arbeiten.

Wer entscheidet, was ein Agent darf und was nicht. Wie hält man das über zwei, drei Jahre stabil und wartbar, wenn Leute wechseln und Anforderungen sich verschieben. Wie verhindert man, dass das System langsam auseinanderdriftet, weil niemand mehr weiß, warum eine bestimmte Regel überhaupt existiert.

Das sind keine technischen Fragen im engeren Sinn. Es sind Organisationsfragen. Agentische Systeme, also das Zusammenspiel von Mensch, Organisation und Technik, verschieben das Problem von der Implementierung hin zur Struktur. Genau in diese Lücke zielt der Verein.

Werkstatt statt Bühne

Wir haben das bewusst als Werkstatt angelegt. Die Website formuliert es knapp: „A workshop, not a broadcast." „Contribution, not spectating." Ein geschützter Raum, in dem erfahrene Praktiker ihre Ansätze gegenseitig prüfen, statt sich Vorträge vom Podium anzuhören.

Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Peer-Review funktioniert nur unter Leuten, die dasselbe Problem selbst schon im Betrieb hatten. Wer teilnimmt, bringt Erfahrung mit und stellt sie zur Diskussion. Wo es nötig ist, vertraulich, weil manche der interessantesten Fälle aus laufenden Systemen kommen, über die man nicht öffentlich reden kann.

Zweck und Rahmen

Sitz ist Schlatkow, der Zweck ist die Förderung der Berufsbildung rund um agentische Organisationssysteme. Praxisnahe Erfahrung sammeln, kritisch einordnen und die übertragbaren Erkenntnisse frei zugänglich machen. Den Vorstand bilden drei Personen: Jan-Henrik Hempel als Vorsitzender, ich als zweiter Vorsitzender und Jan Held als Schatzmeister.

Alles ehrenamtlich, ohne Gewinnabsicht. Bei einer Auflösung ginge das Vermögen an die Open Knowledge Foundation. Mitglied werden kann, wer fachlichen Bezug zum Thema hat und sich aktiv am Austausch beteiligt, als Einzelperson oder als Organisation.

Die eigene Organisation als Git-Repository

Ein Detail, an dem mir viel liegt: Der Verein führt seine eigene Organisation agentisch. Die komplette Vereinsführung liegt als Set von Git-Repositories vor, in derselben Art versionierter Ablage, mit der Entwickler ihren Code verwalten. Jede Domäne hat ihren eigenen Bereich mit eigenen Rechten.

Satzung, Beschlüsse und öffentliche Protokolle liegen in einem Bereich, den jeder lesen, aber nur ein Verantwortlicher ändern darf. Jede Änderung an einem rechtlich relevanten Text läuft durch Review und wird als fester, unveränderlicher Stand markiert. Die öffentliche Kommunikation liegt getrennt davon. Mitgliederdaten und Finanzen liegen hinter einer eigenen Grenze und tauchen in den offenen Bereichen gar nicht erst auf.

Das klingt nach mehr Aufwand, als es ist. Der eigentliche Gewinn liegt darin, dass Kontext ins Projekt gehört und nicht in einen Chatverlauf, den in einem halben Jahr niemand mehr findet. Strukturierte Ablage, Versionierung, dokumentierte Entscheidungen, ein paar klare Grundregeln, die dafür sorgen, dass die Organisation zusammenhält. Wir wenden das, worüber wir reden, auf uns selbst an. Wenn der Ansatz nicht mal für einen Verein mit acht Leuten trägt, sollte man ihn niemandem für ein Produktivsystem empfehlen.

Nächstes Treffen: Software Factories in Berlin

Das nächste Treffen ist am 14. Juli 2026 in Berlin. „Software Factories, Deep Dive #2", von 16 bis 20 Uhr im Forum Digitale Technologien, dem Showroom von Fraunhofer HHI und DFKI am Salzufer. Rund vierzig CTOs, Lead Architects und technische Gründer zeigen, wie sie Software Factories tatsächlich im Betrieb einsetzen. Also Softwareentwicklung so weit automatisieren, dass Agenten große Teile der Umsetzung übernehmen.

Es geht um gelebte Praxis, nicht um Folien mit Zukunftsversprechen. Was funktioniert, wo es hakt, welche Annahmen sich im Betrieb als falsch herausgestellt haben. Diskutiert unter Leuten, die das Zeug wirklich im Einsatz haben.

Wer zum Thema etwas beizutragen hat, ist beim Collective richtig. Vorbeikommen, mitreden, und wer will, wird Mitglied. Nicht jede gute Idee braucht sofort ein großes Publikum. Manchmal braucht sie erst einen Raum, in dem ein paar Leute, die es ernst meinen, sie gemeinsam härten.