AI Rapid Development Teil 4: Schneller und besser zugleich
Im vierten Teil dieser Serie geht es um die Umsetzung der zuvor erstellten Aufgabenliste. Dabei zeigt sich, dass automatisierte Prüfungen nach jedem Schritt das Qualitätsniveau nicht senken, sondern anheben können.
Schneller und gründlicher zugleich
Das ist der vierte Teil einer kleinen Serie darüber, wie wir bei form4 Software mit KI entwickeln. Am Ende des dritten Teils lag eine fertige Liste vor, über hundert einzelne Aufgaben, sauber im System erfasst. Heute geht es um die Abarbeitung. Und dabei passiert etwas, mit dem die meisten nicht rechnen.
Zur Einordnung, falls jemand hier zum ersten Mal mitliest: Wir haben das an einem echten Projekt durchgespielt, einer datenschutzsensiblen Vermittlungsplattform. Insgesamt lag das Projekt bei rund einem Dutzend Personentagen, vom ersten Gespräch bis zum Livegang.
Die alte Faustregel
Wer schon einmal an Software mitgearbeitet hat, kennt den Reflex. Soll es schneller gehen, leidet die Qualität. Man lässt Tests weg, prüft oberflächlicher, drückt die Sache eben durch. Schnell und gründlich, das galt lange als Widerspruch.
Hier war es umgekehrt. Das Qualitätsniveau während der Entwicklung lag höher als bei Projekten, die wir vorher von Hand abgewickelt haben. Das Tempo hat die Qualität nicht gekostet. Dieselbe Maschine, die schnell arbeitet, prüft auch unermüdlich.
Absicherung an jedem Schritt
Die Aufgaben aus der Liste werden nacheinander umgesetzt, von KI, die genau dafür eingerichtet ist. Dabei entstehen die fertigen Teile der Anwendung und gleich dazu die Tests, mit denen sich nachweisen lässt, dass jedes Teil das tut, was im Konzept stand.
Diesen Punkt unterschätzt man leicht. Nach jeder Änderung laufen automatische Prüfungen von allein durch. Sie geben erst grünes Licht, wenn alles passt. Eine eigene Reihe dieser Prüfungen reicht bis zum Zusammenspiel mit der Datenbank, also bis dorthin, wo die Anwendung ihre Daten ablegt und wieder herausholt. Wo sonst am Ende einmal kräftig durchgetestet und gehofft wird, dass nichts durchrutscht, wird hier nach jedem einzelnen Schritt geprüft.
So halten wir es auch bei den Kontrollen darüber hinaus. Nach jedem umgesetzten Stück sieht ein weiterer Durchgang darauf, ob der technische Aufbau sauber bleibt. Ein nächster prüft, ob die Bedienoberfläche einheitlich und verständlich ist. Ein dritter prüft, ob die Anwendung auch für Menschen mit Einschränkungen nutzbar bleibt, etwa für jemanden, der schlecht sieht und auf Vorlesesoftware angewiesen ist.
Eine Maschine ermüdet nicht
Diese lückenlose Kontrolle hält ein menschliches Team in der Konsequenz nicht durch. Das liegt nicht am Unwillen. Es liegt daran, dass niemand über hundert Schritte hinweg bei jedem einzelnen mit gleicher Aufmerksamkeit dieselben fünf Prüfungen durchgeht. Beim zwanzigsten Mal lässt die Konzentration nach. Beim achtzigsten guckt man nur noch flüchtig hin. Das ist normal und menschlich.
Eine Maschine kennt diese Ermüdung nicht. Der hundertste Schritt wird so gründlich geprüft wie der erste. Das ist der eigentliche Grund, warum die Automatisierung das Niveau hebt, statt es zu drücken.
Die Verantwortung bleibt beim Menschen
Damit kein falscher Eindruck entsteht. Die KI setzt um und sie prüft, aber sie verantwortet nichts. Ob der gewählte Aufbau auf Dauer trägt, ob die Anwendung wirklich sicher ist, ob eine Lösung fachlich überhaupt die richtige war, das beurteilt ein erfahrener Entwickler, kein Agent.
Eine KI kann eine Anforderung umsetzen und kontrollieren, ob das Ergebnis zur Anforderung passt. Sie versteht aber nicht, warum die Anforderung so lautet und ob sie überhaupt klug ist. Genau dieses Urteil ist und bleibt menschliche Arbeit. Wer das verwechselt und der Maschine das Denken überlässt, bekommt schnelle Ergebnisse, die an der falschen Stelle perfekt sind.
Das Ergebnis
Was am Ende zählt, ist das Resultat. Die fertige Anwendung ging in einen Pilotbetrieb mit echten Nutzern. Nach rund vier Wochen kam keine einzige Fehlermeldung herein. Bei einem Projekt, das insgesamt nur ein Dutzend Personentage gekostet hat, ist das die eigentliche Pointe.
Damit setzt sich fort, was diese Serie von Anfang an zeigt. Der ausführliche Termin, das vollständige Konzept, die komplette Aufgabenliste, und jetzt eine Umsetzung, die nach jedem Schritt geprüft wird. Keine dieser Stufen war der teure Brocken, der sie früher war. Keine geht auf Kosten der Sorgfalt. Tempo und Gründlichkeit schließen sich nicht mehr aus, wenn die Sorgfalt eine Maschine übernimmt und der Mensch das Urteil behält.
Jetzt ist die Software fertig und geprüft. Im letzten Teil geht es darum, wie sie sicher in Betrieb geht.
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