OpenClaw - AI Application Next Level?
Das ist wahrscheinlich eine schlechte Idee – und genau deshalb extrem spannend. Ein selbsthostbarer Agent, der sich selbst erweitern kann, Workflows automatisiert und die Grenze zwischen Tool und eigenständigem System ziemlich beiläufig überschreitet.
OpenClaw: Die Schmiede, die sich selbst schmiedet
Das. Muss. Ich. Ausprobieren.
Seit ein paar Wochen macht ein Projekt die Runde: OpenClaw. Ein Open-Source-Agent mit vollem Dateisystem-Zugriff – inklusive Zugriff auf seinen eigenen Code.
Was macht das Ding?
OpenClaw ist kein Chatbot, sondern als autonomer Agent gedacht. Er läuft lokal, nimmt Befehle über WhatsApp oder Telegram entgegen und automatisiert Workflows. Kalender, E-Mails, Browser, Skripte – alles steuerbar per Chat.
Soweit bekannt. Aber dann wird es interessant.
OpenClaw kann Shell-Befehle ausführen, Dateien lesen und schreiben und Skripte direkt auf deinem Rechner starten. Damit hat er Zugriff auf sich selbst. Fehlt ihm eine Fähigkeit, installiert er sie. Gibt es die Erweiterung noch nicht, schreibt er sie – und installiert sie anschließend selbst.
Ein selbstmodifizierender Agent mit Zugriff auf den eigenen Code ist fundamental etwas anderes als ein sandboxed Chatbot.
Rekursive Selbstverbesserung
Viele nennen OpenClaw „selbstverbessernd", weil er seine Fähigkeiten autonom erweitern kann. Ein Meta-Projekt namens Foundry treibt das weiter: Es beobachtet deine Arbeitsweise, erkennt Muster und schreibt neue Fähigkeiten direkt in sich selbst.
Die Mechanik ist bestechend simpel: Läuft ein Workflow fünfmal mit über 70 % Erfolgsrate, wird er als Tool „kristallisiert". Was vorher acht Schritte brauchte, braucht plötzlich nur noch einen. Und je mehr Tools entstehen, desto besser wird der Agent darin, neue zu bauen.
Das System, das den Code schreibt, ist der Code, der geschrieben wird.
Okay, und die Sicherheit?
OpenClaw hat bereits API-Schlüssel im Klartext geleakt. In Tests entpuppte sich ein Skill als Malware und exfiltrierte Daten an externe Server. Denn: OpenClaw macht nur Sinn, wenn es echte Dienste integriert. Echte Dienste aus deinem persönlichen Digital Life.
Ja. Äh. Also... Scheiß drauf. Ich will das sehen (ja, ich bin vorsichtig, versprochen)
Trotzdem: über 60.000 GitHub-Stars in 72 Stunden. Entwickler sprechen von der bislang nächsten Annäherung an JARVIS aus Iron Man.
Was bleibt
OpenClaw ist kein Tool mehr. Es ist ein selbstevolvierender Agentenkern. Die Grenze zwischen „Nutzer konfiguriert Agent" und „Agent konfiguriert sich selbst" ist praktisch verschwunden.
Die radikale Idee dahinter: Gib einem leistungsfähigen Modell Vollzugriff auf sich selbst. Mehr braucht es nicht.
Wahnsinn oder Genialität? Vermutlich beides.
Gefährlich? Definitiv.
Will ich es trotzdem sehen? Absolut.
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